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Anthem: E3 Demo war ein Fake; ursprüngliches Konzept verworfen; chaotische Entwicklung, depressive, angstgeplagte Mitarbeiter

by Ed Snow

Anthem: E3 Demo war ein Fake; ursprüngliches Konzept verworfen; chaotische Entwicklung, depressive, angstgeplagte Mitarbeiter

Wie Jason Schreier, Redakteur des Magazins „Kotaku“ berichtet, war die Entwicklung von „Anthem“ sehr chaotisch. Dies ist auf einen Wechsel der Führungsebene, unstrukturierte Arbeitsweisen und vieles mehr zurückzuführen. Auch ist von Angstzuständen und Depressionen der Mitarbeiter die Rede gewesen. Einige von ihnen sind für Monate ausgefallen, andere haben sich in einen stillen Raum eingesperrt, um zu weinen. Hier wird wirklich von Katastrophalen zuständen berichtet. Das Team war traurig und auch wütend über den neuen Führungsstil. Am Ende wusste keiner, woran er wirklich arbeitet. Schreier bezeiht sich hierbei auf die Aussagen mehrerer ehemaliger Entwickler, die ihm von den Missständen hinter den Kulissen in E-Mails berichteten.

Name des Titels war ursprünglich Beyond

Wie einige sicher wissen, ist der Titel bereits im Jahr 2012 in die Konzeptionsphase übergegangen. Der interne Projektname lautete „Dylan“. Final sollte das Spiel dann „Beyond“ heißen und eine ganz andere Richtung einschlagen. Geplant war ein Survival-RPG und kein Lootershooter. Die Namensänderung fand kurz vor der E3 2017 statt, genauer gesagt 7 Tage vorher. Die Mitarbeiter hatten sogar schon Shirts gedruckt, auf denen Beyond stand. Grund für die Änderung war eine Schwierigkeit bei der Sicherung der Markenrechte an diesem Namen. Man entschied sich für einen der Alternativnamen, „Anthem“.

Der neue Name ergab allerdings für die meisten Mitarbeiter überhaupt keinen Sinn, da er nichts mehr mit der Spielidee zu tun hatte, für die man sich eigentlich entschied. Im Spiel sollte es darum gehen, die Welt hinter der Festung zu erforschen und in ihr zu überleben. Eben Beyond. Auch die Quests sollten deutlich abwechslungsreicher ausfallen. Leider konnte die Führungsebene keine klare Richtung für das Spiel finden und auch die Frostbyte Engine war nicht auf die Bedürfnisse eines Open-world RPG ausgelegt. Dadurch wurden viele weitere Ideen für den Titel verworfen.

Anfang 2017 zeigte BioWare Patrick Söderlund, CEO von Electronic Arts dann eine erste Demo des Spiels. Doch dieser war überhaupt nicht zufrieden, mit dem was er zu sehen bekommen hatte. Innerhlab weniger Wochen wurde daher eine neue Gameplaydemo erstellt. Dort hat man Features eingebaut, die vorher verworfen wurden. Eine davon war die Flugmechanik. Da ihm diese dann besser gefiel, hat darauf aufgebaut.

E3 Demo war ein Fake

Mit nur wenig Vorlauf wurde für die E3 ein Level erstellt, auf Basis der zweiten Gameplay Demo, die vom EA CEO abgesegnet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war also nichts mehr vom ursprünglichen Spiel übrig außer dieser eine Level und der nun geänderte Name. Im Bericht von Kotaku heißt es weiter, dass viele Mitarbeiter erst nach der E3 Demo wussten, in welche Richtung der Titel nun gehen soll. Aber auch danach waren noch einige Fragen im Raum, denn man wusste gar nicht, ob und wie man das Versprochene umsetzen kann.

“After E3, that’s when it really felt like, ‘Okay, this is the game we’re making.’ It was also kind of tricky because there were still a lot of question marks. The demo was not actually built properly—a lot of it was fake. There was a lot of stuff that was like, ‘Oh are we actually doing this? Do we have the tech for that, do we have the tools for that? To what end can you fly? How big should the world be?’”

Mit der Namensänderung erfand man schließlich auch den „Anthem of Creation“, um der Geschichte einen neuen Sinn zu geben.

Anfang 2018 erst eine Mission fertig

Anfang 2018 war erst eine Mission des Spiels fertig und schnell war klar, dass das angestrebte Release Date nicht eingehalten werden konnte. Laut einem der Angestellten heißt es, dass der Großteil des Spiels innerhalb von 6 Monaten entwickelt wurde. Einige Kernfeatures wurden nur wenige Monate vor Release hinzugefügt. So kam es auch zu Spannungen zwischen den BioWare Studios in Austin und Edmonton. Einige der Top Angestellten haben noch in der laufenden Entwicklung das Studio verlassen. Darunter Aaryn Flynn, Mark Laidlaw, David Gaider, Drew Karpyshyn, James Ohlen, Neil Thompson, Jacques Lebrun und Kris Schoneberg.

Bioware Statement nach Veröffentlichung des Kotaku Artikels

Bioware hat sich zu den Vorwürfen geäußert und mitgeteilt, dass ihnen die Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter sehr wichtig ist. Auch hätten Teamumfragen keine Hinweise ergeben, dass die Stimmung im Team schlecht sei.

Wie viel an den Anschuldigungen dran ist, lässt sich als Außenstehender schwer einschätzen. In der Vergangenheit haben sich Meldungen des Magazins „Kotaku“ immer als vertrauenswürdig erwiesen und es wurden dort keine Falschmeldungen verbreitet. Die Testwertungen zu „Anthem“ und auch die ständigen Änderungswünsche oder Boykottaufrufe der Spieler auf Reddit könnten daher auf einen Kern Wahrheit im Bezug auf eine zu kurze Entwicklungszeit hindeuten. Was Probleme mit der Game-Engine angeht, so sollte EA ggf. in diesem Fall offen dafür sein, den Studios die Wahl dieser überlassen. Auch wenn die Frostbyte-Engine wirklich eindrucksvolle Spielphysik und Grafik abliefern kann. Vor BioWare liegt noch ein längerer Weg, um „Anthem“ dahin zu bringen, wo es die Community gern sehen möchte.

Weitere Infos zu „Anthem“ findet ihr in unseren vorherigen News (hier klicken). Folgt uns gerne auf Facebook und Twitter, um künftig keine News mehr zu verpassen.


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