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Skater XL: die Skateboard-Simulation von Easy Day Studios im Test

by Ed Snow

Skater XL Review

Da ich selbst in der Vergangenheit eine Menge Zeit auf dem Skateboard verbracht habe, hat es mich umso mehr gefreut, als mir Robin vom Koch Media PR Team Deutschland einen Review Code für Skater XL zugeschickt hat. Im nachfolgenden Test möchte ich mit euch meine Eindrücke und Erfahrungen teilen, die ich während des Spielens gesammelt habe. Ich werde dabei auf Gameplay Elemente und Features wie die Fahrphysik, die Zwei-Stick-Steuerung, die Trickpalette, die Charakter- und Boardanpassung sowie auf die Locations von Skater XL genauer eingehen.

Was euch in Skater XL erwartet

Skater XL wurde bereits im Dezember 2018 auf dem PC via Steam Early Access veröffentlicht und ist nun endlich am 28. Juli  mit zahlreichen Verbesserungen in die finale Version gestartet. Passend dazu gibt es direkt neben der PC Variante auch eine Portierung für die aktuelle Konsolengeneration Xbox One und Playstation 4. In meinem Test habe ich mir die PS4 Version genauer angeschaut. Gespielt habe ich dabei auf der PS4 Pro.

Bei Skater XL handelt es sich um eine physikbasierte Simulation und nicht um ein Arcadespiel. Das bedeutet, um Tricks zu landen, muss man auch etwas dafür tun und das macht es, wie ich finde zu einem wirklich anspruchsvollen, authentischen und auch herausfordernden Spielerlebnis. Hier ist wirklich eine gute Koordination zwischen Timing und den richtigen Bewegungsabläufen gefragt.

Locations

Skater XL bietet eine Vielzahl abwechslungsreicher Karten mit eigenen Herausforderungen, die alle für sich der ideale Playground für jeden Skater sind. Von Nachbildungen echter Skateparks bis hin zu Streetspots oder Schulen ist hier alles dabei. Zu den Schauplätzen der Konsolenversion zählen die fünf offiziellen Karten: Easy Day High School, The Big Ramp, Downtown Los Angeles und West L. A. Courthouse. Zudem sind noch drei Community Karten mit dabei. Diese sind Hudland, Streets und Grant Park, Chicago.

Jede Karte ist abgestimmt auf bestimmte Fahrstile und kann frei erkundet werden. Auf allen Karten finden sich viele großartige Spots, die unzählige Möglichkeiten für diverse Trickkombinationen in Folge bieten. Hier kann man sich immer wieder neu herausfordern. Macht z.B. einen Nollie inkl. Kickflip auf einen Tisch, landet ihn im Nosemanual und zieht dann mit einem Backside Shuvit auf den nächsten Tisch und landet ihn im Talemanual und springt dann mit einer Ollie und Heelflip Kombo wieder runter. Oder grindet über die Bänke an den Tischen und schaltet dabei die Grind-to-Grind Trophäe frei. Auch Treppengeländer, diverse andere Rails oder Mauern bieten euch zahlreiche Grindmöglichkeiten. Hauswände können zudem für Wallrides genutzt werden, allerdings ist das nicht ganz einfach. Ich habe es bislang sehr selten hinbekommen. Leider gab es dafür auch kein Tutorial. Wer lieber in Parks, auf Halfpipes oder Rampen fährt, wird hier ebenfalls fündig.

Die Karten sind allesamt atmosphärisch sowie technisch sehr gelungen und anspruchsvoll. Das empfinde ich als sehr positiv. Dank der Herausforderungen für jede Karte findet findet man auch einige Spots, die man so vielleicht im vorbei fahren übersehen hätte. Ich würde mich sehr freuen, wenn noch weitere Karten in den kommenden Monaten dazu kommen würden, gerne auch ein paar Dogtown Locations.

Charakter & Skateboard Anpassung

Skater XL bietet euch selbstverständlich auch die Möglichkeit, euren Charakter anzupassen. Hier gibt es sowohl einen männlichen als auch weiblichen Standard-Charakter sowie zusätzlich die Pro-Skater Evan Smith, Tom Asta, Brandon Westgate und Tiago Lemos. Sie alle können entsprechend angepasst werden, wobei die Standard-Charaktere mehr Möglichkeiten bieten, als die Pro Skater. Während bei den Pro-Skatern die Kleidung und das Board angepasst werden können, lassen sich bei den Standard-Charakteren die Hautfarbe, Frisur, Caps, Kleidung und natürlich ebenfalls das Skateboard anpassen. Bei Letzterem kann man das Deck selbst, das Griptape sowie die Achsen und Rollen ändern.

Insgesamt fallen die Anpassungsmöglichkeiten schon recht vielseitig aus und bieten etwas für jeden Geschmack. Was mir persönlich wirklich sehr gut gefällt, ist dass hierfür viele bekannte Marken wie Santa Cruz, Independent, Blind, Dickies, éS, Element, DC, New Balance, Sk8mafia, Etnies, Bones, Lakai, SOVRN, Jenkem und mehr lizenziert wurden.

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Post-Launch noch zusätzliche Custom Einstellungen hinzugefügt werden, die es ermöglichen, eigene Motive zu gestalten oder vorhandene so zu platzieren, wie man möchte, egal ob auf Shirts oder dem Deck. Außerdem wäre es cool, wenn man Caps in verschiedene Richtungen aufsetzen kann: Nach vorne, nach hinten, oder leicht zur Seite. Dadurch könnte man seinem Skater noch ein bisschen eigener gestalten. Nichtsdestotrotz ist das, was man schon alles machen kann wirklich gut. Eine ebenfalls vorteilhafte Ergänzung wäre die Trennung der Menüs für die Charakter und Skateboardanpassung. Derzeit kann man beides unter dem Punkt Charakter anpassen. Durch separate Menüs wäre man schneller bei den Decks und müsste sich nicht erst durch die Bekleidungssparten klicken.

Steuerung

Die zwei Stick Controller Steuerung in Kombinationen mit der realistischen Fahrphysik und den verschiedenen Schauplätzen sorgt für ein immersives und authentisches Spielerlebnis. Die Tricks sauber zu stehen muss man sich wirklich erarbeiten, aber das macht es auch sehr belohnend, wenn man es geschafft hat sie perfekt auszuführen und sicher zu landen.

Zu Beginn empfand ich die Steuerung noch recht gewöhnungsbedürftig. Aber sie ist wirklich sehr ausgeklügelt und durchdacht. Man muss nur die ganzen Kombinationen verinnerlichen und ein Gefühl für die korrekte Stickbewegung und das richtige Timing bei der Ausführung entwickeln, dann wird man immer besser darin, die Tricks zu stehen. Bei anspruchsvolleren Trickkombinationen bedarf es etwas mehr Übung, aber dank der Tutorials ist mit ein wenig Geduld alles zu erlernen.

Auch die Einstellung für goofy und regular ist sehr lobenswert, da so das Controller Layout der Sticks für Rechts und Linkshänder besser eingestellt ist.

Tricks

In Skater XL kann man wirklich so ziemlich alles machen, was im wirklichen Leben auch funktioniert. Die Palette reicht von einfach durchzuführenden Basics wie Olie, Nolie, Front und Backside 180s über Fliptricks wie den Shuvit, Heel und Kickflip bis hin zu anspruchsvollen Kombinationen wie beispielsweise Smith Kickflip auf Treflip Nosegrind und wagemutigen Sprungkombos von Treppe zu Treppe, von Dach zu Dach, oder Rail zu Rail und vieles mehr. Die gebotenen Möglichkeiten sind sehr umfangreich.

Dank der lobenswerten Fahrphysik und der Zwei-Stick-Steuerung ist das Gefühl nicht nur immersiv, die Tricks wirken auch sehr realitätsnah. Was ich noch ganz cool fände, wäre eine Möglichkeit, das Deck in die Hand zu nehmen, loszurennen und dann drauf zu springen. Ebenfalls habe ich leider auch ein paar Tricks vermisst. Darunter die legendären Tricks von Rodney Mullen wie den Tre Flip Primoslide, diverse Darkslide Kombinationen oder den Handstand Kickflip. Es wäre schön, wenn diese der Liste noch Post-Launch hinzugefügt werden. Auch über die Integration einer Wallride Herausforderung würde ich mich sehr freuen, es ist mir bislang nur selten gelungen, einen Wallride durchzuführen.

Replay Editor

Der Replay Editor ist ein wirklich gelungenes Feature. Er bietet die Möglichkeit, die Kameraeinstellung über Keyframes zu verändern.  Man kann den Bewegungsmodus (Kameraposition und Führung) und den Zoom ändern und so seine besten Trickkombinationen in einem perfekt produzierten Best-of Video festhalten. Darüber hinaus kann man auch Standbilder erzeugen und davon einen wunderschöne Momentaufnahme erstellen. Wer gerne Clips für Youtube erstellt, hat hier genau das richtige Werkzeug.

Replay Editor

Grafik, Animationen, Sound und Musik

Die Animationen der Tricks sind wunderschön anzuschauen und auch die Soundkulisse wie das Geräusch der Rollen auf verschiedenen Untergründen, der Sound beim Grind über Beton oder Stahl und wenn man das Deck flipped ist sehr stimmig. Was man noch ein wenig verfeinern könnte, sind Sturzanimationen. Ggf. könnte man auch Animationen hinzufügen, wie man versucht, den Sturz auszubalancieren. Wer selbst Skateboard fährt, kennt sicher diese Situationen, bei denen man den Trick zwar nicht steht, aber man fällt nicht sofort hin.

Grafisch ist Skater XL zwar leider nicht mehr ganz Art of Time, aber es ist trotz allem noch im Rahmen. Ich denke sogar, dass man teilweise mit überarbeiteten Texturen noch etwas rausholen kann. Die grafischen Abstriche wirken sich aber meiner Meinung nach auch in keinster Weise auf den Spielspaß aus. Man sollte ebenfalls im Hinterkopf behalten, dass es sich bei Skater XL nicht um ein AAA-Spiel zum Vollpreis, sondern um ein Projekt von einem Indie Studio handelt. Skater XL besticht durch sein ausgeklügeltes und realistisches Gameplay, das Kartendesign und die Trickvielfalt.

Auch der Soundtrack ist wirklich stimmig und beinhaltet diverse Tracks in den Genres Hip Hop, 90er Jahre Punkrock und auch 2000er Musik. Die Auswahl ist zwar aktuell noch nicht sehr groß, aber die verfügbaren Songs sind sehr passend gewählt. Es wäre schön, wenn hier künftig weitere Tracks hinzugefügt werden. Wer gerne reinhören möchte, findet die entsprechende Playlist auf Spotfy.

Fazit

Skater XL ist eine anspruchsvolle und herausfordernde Skateboardsimulation mit einer sehr vielfältigen und vor allem umfangreichen Trickpalette. Die Entwickler von Easy Day Studios haben es geschafft, ein stimmiges Fahrgefühl zu transportieren. Animationen, Sound, Fahrphysik und Steuerung sind sehr gut umgesetzt, auch wenn die Steuerung etwas Übung und Eingewöhnung abverlangt. Hat man aber erst einmal den Dreh raus, kommt schnell ein belohnendes Gefühl auf und man versucht immer weiter seine Grenzen auszutesten. Die Schauplätze sind abwechslungsreich und bieten dadurch den perfekten Playground für eine Vielzahl von Tricks und Kombos, egal ob Street, Ramps oder Halfpipe. Hier kommt jeder Skatertyp auf seine Kosten. Untermalt wird das alles von einem passenden Soundtrack, der für die richtige Atmosphäre beim Skaten sorgt. Ich kann das Spiel jedem empfehlen, der Spaß daran hat, einfach aufs Deck zu springen, um Schauplätze nach den idealen Spots zu erkunden und sich dort immer aufs Neue selbst herauszufordern.

Wünschenswertes für die Zukunft

Skater XL bietet wirklich eine Menge Potenzial und ich würde mich sehr darüber freuen, wenn die Entwickler weiter daran arbeiten, um uns in Zukunft zusätzliche Features und Inhalte zu spendieren. Hier würde ich es begrüßen, wenn neben neuen Karten auch ein Karriere-Modus hinzugefügt wird, indem man für Sponsoren sowie Preisgelder fährt, sich neue Skater, Kleidung, Decks, Achsen, Griptape und Rollen freispielen kann. Zudem wäre ein Online-Modus eine positive Ergänzung, in dem man sich mit 4 bis 6 Freunden treffen kann, um gemeinsam Tricks zu machen. Im Bezug auf die Charakteranpassung würde ich mich sehr freuen, wenn man zusätzliche Möglichkeiten schafft, Farben und Motive individueller anzupassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Ergänzungen und Inhalte eine wirkliche Bereicherung für Skater XL sein könnn.

 

Wenn ihr euch Skater XL zulegen möchtet könnt ihr das auf den Konsolen als Retail unter anderem bei amazon. Außerdem findet ihr Skater XL auch als digitale Version in den Stores. Die PC Version gibt es lediglich digital. Nachfolgend findet ihr die entsprechenden Links.

 

 

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